1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Juden leben seit mindestens 1700 Jahren in deutschen Landen, vermutlich sogar länger. Das älteste schriftliche Zeutnis ist das Edikt von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321, das es Juden in Köln gestattete, Mitglied des Stadtrats zu werden. Dieses wertvolle Zeugnis, das die Existenz von Juden auf dem Territorium Deutschlands seit 1700 Jahren belegt, nehmen wir in diesem Jahr zum Anlass für ein Festjahr.

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Auch das Fanprojekt Fürth beteiligt sich an diesem Festjahr mit zwei Programmpunkten Eintritt frei, Besucher:innen können ohne Voranmeldung kommen, allerdings empfiehlt sich eine Voranmeldung via Mail an fanprojekt@archeggmbh.de.
Aufgrund der aktuellen 14. Infektionsschutzverordnung ist bei Besuch der Ausstellung entweder eine Impfnachweis, Genesungsnachweis oder ein negatives Testergebnis nachzuweisen. Ebenfalls sind Kontaktdaten zu hinterlegen. Aus technischen Gründen wird dies nur analog möglich sein (nach einer Aufbewahrungsfrist von 4 Wochen werden diese Daten vernichtet).

Di, 21.09. – Do. 23.09. | 16-20 Uhr

Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball (Ausstellung)

Jüdische Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs. Sie wurden umjubelt, verehrt und respektiert, galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplays.
1933 wurden ihre erfolgreichen Karrieren dann schlagartig beendet. Sie teilten das Schicksal aller europäischen Juden, wurden verfolgt und zum Teil in Konzentrationslagern ermordet. Ihre Verdienste wurden verdrängt und gerieten in Vergessenheit. Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ will dieses Kapitel deutscher Fußballgeschichte wieder in Erinnerung rufen und setzt sich mit den heutigen Entwicklungen im Fußball auseinander. Die Ausstellung wurde vom Centrum Judaicum in Berlin konzipiert.

Do, 23.09. | 19:03 Uhr

Walther Bensemann. Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte (Vortrag von Bernd Beyer)

Walther Bensemann gilt als prägende Persönlichkeit der Pionierzeit des deutschen Fußballs. Der Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie gründete in Karlsruhe den ersten Fußballverein Süddeutschlands und wirkte als lenkender Geist so berühmter Vereine wie Eintracht Frankfurt oder Bayern München. 1899 organisierte er die ersten internationalen Begegnungen deutscher Auswahlmannschaften, die sogenannten „Ur-Länderspiele“ gegen England und gründete 1920 das erste deutsche Fußballmagazin Kicker als Bühne sportlichen Internationalismus. Bensemann

emigrierte Ende März 1933 in die Schweiz und starb dort im Jahr darauf. Bensemann war als Schüler an einer englischen Privatschule in der Schweiz mit der auf dem europäischen Festland noch vergleichsweise unbekannten und im Deutschen Reich als „englische Modetorheit“ und „Fußlümmelei“ verpönten und verspotteten Sportart in Kontakt gekommen und begann im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine Missionsarbeit, die den Fußball als eine pazifistische Idee und als Mittel zur Völkerverständigung sah. Der Autor Bernd Bayer hat dem Fußballpionier eine Biografie gewidmet und wird seine Hauptfigur vorstellen.

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