Pressemitteilung: Fanprojekte warnen vor erneuter Sackgasse und raten zu konstruktiven Gesprächen

Karlsruhe / Jena, 01.03.2020

Beleidigungen, Schmähgesänge, Transparente, die vordergründig eine Person diffamieren – Dinge, die die Kurven sicherlich nicht schöner oder bunter machen und auch nichts mit „dem Fußball“ als solchen zu tun haben. Da sind sich alle einig! Aber diese Vorgänge vom Wochenende in Hoffenheim zu nutzen, um längst überfällige konsequente Reaktionen auf Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Diskriminierungen zu zeigen, ist der falsche Weg. Und er führt in die Sackgasse.
In der Kritik der Fans stehen Kollektivstrafen, die die Fußballverbände in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls als obsolet vermieden.
„Nun aber ganze Fangruppen aufgrund von Beleidigungshandlungen Einzelner pauschal zu verurteilen, auszuschließen und zum Sündenbock für jegliche Diskriminierung im Stadion machen zu wollen ist nicht nachvollziehbar, verhältnismäßig und schon gar nicht fair“, sagt Sophia Gerschel, Sprecherin der BAG der Fanprojekte. „Das so oft zitierte 3-Stufen-Modell ist kommuniziert und bekannt und bei kaum einem Vorfall von Rassismus, Sexismus oder ähnlichem bisher so konsequent und klar, wie am vergangenen Samstag in Hoffenheim, angewendet worden.“
Ein Gleichsetzen dieser Vorkommnisse (Beleidigung einer einzelnen Person und Diskriminierung von Menschengruppen) ist fatal und wird dazu führen, dass alle Protagonisten wieder nur übereinander reden, herziehen, hetzen und sich gegenseitig verurteilen und beschuldigen. Das Ergebnis: Es geht von einer Beleidigung in die nächste. Das kann nicht „der Fußball“ sein, von dem am Samstag alle Funktionäre sprachen und den sie in den Stadien haben wollen. Und das kann auch nicht die Wochenendbeschäftigung sein, die die Fanszenen landauf landab suchen.
Eine Beleidigung ist ein strafwürdiges Verhalten und muss rechtsstaatlich verfolgt werden. Punkt. Hierfür aber Menschen in Haft zu nehmen, die mit dem ganzen „Theater“ gar nichts zu tun haben und einfach nur Fußball schauen und ihren Club unterstützen wollen, führt in die Sackgasse und zu einer weiteren Eskalation in der Causa Fans vs. Dietmar Hopp. „Gleichzeitig muss gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und alle anderen Formen von Diskriminierung vorgegangen und Haltung gezeigt werden. Gemeinsam: von Vereinen, Verbänden, Fans und allen weiteren Beteiligten am Fußball. Selbstverständlich auch von allen Fanprojekten“, fordert die BAG Sprecherin, Sophia Gerschel.
Die sozialpädagogischen Fanprojekte sind eine Erfolgsgeschichte, die weltweit ihres gleichen sucht. Fanprojekt-Mitarbeiter*innen reden, hören zu, vermitteln, übersetzen, bringen zusammen und schaffen Verständnis. Fanprojekte engagieren sich gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Diskriminierungsformen. Das alles seit Jahrzehnten. Und das werden sie auch weiterhin tun, um genau solche Situationen wie vom vergangenen Wochenende aufzuarbeiten und gemeinsam mit allen Verantwortlichen einen Weg zurück zu einer konstruktiven Kommunikation zu finden.

Veröffentlicht unter Stellungnahmen

März Programm

März-Seite001

Bild | Veröffentlicht am von

Februar Programm

Februar-Seite001

Bild | Veröffentlicht am von

„Die Zukunft des Fußballs ist weiblich?!“ F_in Konferenz 2020

Das Netzwerk F_in – Frauen im Fußball ruft zur Konferenz nach Berlin. Das Ganze findet fußballverträglich in der sommerlichen Saisonpause in Berlin vom 05. bis 07. Juni statt. Wir halten Euch über weitere Informationen auf dem laufenden.

In diesem Sinne -LOVE FOOTBALL HATE SEXISM!

Im Folegenden noch einmal die bisherigen Infos von F_in:

„Es ist soweit! Vom 05. – 07. Juni 2020 findet die große F_in Konferenz in der Ver.di Bundesgeschäftsstelle in Berlin statt.

Das Netzwerk F_in – Frauen im Fußball gibt es seit 2004, es verbindet seitdem weibliche Fußballfans, Journalistinnen, Spielerinnen und Fanprojektlerinnen aus dem deutschsprachigem Raum und fungiert als Interessenvertretung sowie wichtiges Sprachorgan für viele weibliche Fußballfans.

Im Rahmen der Konferenz öffnet sich das Netzwerk für Interessierte und möchte über drei Tage mit euch zusammenkommen, um über Geschlecht, Vielfalt und Feminismus im Fußball zu diskutieren. Angeboten werden neben Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen, auch ein Markt der Möglichkeiten, die Fan.Tastic Females Ausstellung, Kinderbetreuung, Übersetzungsmöglichkeiten sowie ein buntes Abendprogramm.
[…]
Markiert euch das Datum also schon einmal dick im Kalender. Im März wird das fertige Programm mit der Anmeldung rausgeschickt.

Wir freuen uns, mit euch zusammenzukommen, uns auszutauschen, zu diskutieren und miteinander solidarisch zu streiten!

Eure Konferenz-Orga
—-
F_in Konferenz 2020
Fußball Geschlecht & Vielfalt
05. – 07. Juni Berlin“

 

Veröffentlicht unter Termine

Monatsprogramm Januar

Januar-Seite001

Bild | Veröffentlicht am von

Winterschließzeit.jpg

Bild | Veröffentlicht am von

Vor 75 Jahren – Befreiung des KZ Auschwitz

75JahreBefreiiungAuschwitz_Flyer_DINlang_DRUCK-00175JahreBefreiiungAuschwitz_Flyer_DINlang_DRUCK-002

Veröffentlicht unter Termine

Fanbunker

Neue Initiative der Fürther Fanszene. Die Sportfreundekneipe, so wie wir sie kennen, wird im Sommer 2020 Geschichte sein. Aber Fürth wäre nicht Fürth, wenn es nicht eine neue Geschichte gäbe. Das neue Objekt ist bereits ausgemacht und soll in Betrieb genommen werden.
Das alles funktioniert natürlich nur richtig gut, wenn alle anpacken. Ob und wie Du helfen kannst erfährst Du hier.

Veröffentlicht unter Allgemeines

12.12.2019 Hart aber Fürth „Und jetzt bist Du dran?!“

Begin 19:30 Uhr
Einlass ab 19:00 Uhr

Immer häufiger geraten Politiker*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft in den Fokus der Rechtsextremisten. Ihre Äußerungen und ihr Aktivismus passen nicht in das Bild der nationalen Sozialisten und der (neuen) Rechten.
Unsere Gesellschaft muss sich Gedanken machen wofür sie steht und was es dazu benötigt. Es scheint klar, dass die gewählten Parlamentarier*innen und der dazugehörige Apparat aus Bund, Ländern und Kommunen das Problem nicht lösen können, wenn es keine aktive solidarische Zivilgesellschaft gibt, die Forderungen stellt und sich selbst als Ressource im Einsatz gegen Rechtsextremismus versteht.
Wir werden auf dem Podium diskutieren, was Anforderungen und Grenzen der Zivilgesellschaft im Engagement gegen Stammtischparolen und rechten Terror sind, was Betroffene rechter Gewalt von unserer Zivilgesellschaft brauchen und einfordern können sollten und was es heißt eine solidarische Zivilgesellschaft zu sein.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene oder die einer Szene mit vergleichbar rechtsextremen Anschauungen zuzuordnen sind oder die bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Personen die unsere Veranstaltungen mit entsprechenden Positionen stören, werden von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen.

Film-, Foto- und Tonaufnahmen sind nicht bzw nur nach Rücksprache mit den Veranstaltenden gestattet.

Eine Veranstaltung mit uns in Kooperation von:

 

 

Veranstaltung bei facebook

Veröffentlicht unter Termine

Brasilianischer Jahresabschluss am 19.12.

Brasilien-Seite001.jpeg

Bild | Veröffentlicht am von